15. June 2022

Die Typologie der Typografie

Die Schrift spielt eine essenzielle Rolle in jedem Design. Schon bevor ein Text gelesen wird, schafft sie Stimmungen, löst Emotionen aus und hilft der Meinungsbildung. Schriften sind die stillen Helfer der visuellen Kommunikation und schleichen sich ins Unterbewusstsein der Menschen. Es liegt folglich auf der Hand, dass je nach Branche unterschiedliche Schriften verwendet werden sollten, und dass bereits kleinste Änderungen des Schriftbilds erhebliche Auswirkungen auf die Markenidentität haben können.


Die Stärke eines Schriftbilds fällt schnell auf. Dünne und helle Schriften sind wie eine lineare Zeichnung sehr angenehm zu betrachten. Sie erregen wenig Aufmerksamkeit, wirken filigran und sensibel. Somit eignen sie sich zum Beispiel für die Kosmetikbranche und andere körpernahe Produkte.

Die Normale Schriftstärke ist in dieser Hinsicht neutral und eignet sich für längere Texte. Mittlere Schriftstärken sind ebenfalls gut lesbar, werten einen Text oder einzelne Stellen auf. Sie kommen oft bei Hervorhebungen in einem längeren Paragraph oder in Logos zum Zug.

Fett gedruckte Schriftarten sind dazu da, die Aufmerksamkeit auf kurze Sätze zu lenken. Sie sind nicht unbedingt einfach zu lesen, aber man bleibt mit dem Blick daran hängen. Sie verstärken die vorhandenen Eigenschaften einer Schrift und lösen schnelle emotionale Reaktionen aus, zum Beispiel in Spielen, in der Werbung oder im Showbusiness.


Die Breite der Schriftzeichen wirkt sich stark auf die Lesbarkeit eines Texts aus. Auch hier gilt: normale Breite wird als neutral wahrgenommen und ist für längere Texte vorzuziehen, während die anderen Varianten schnell spezifisch werden und unterschiedliche emotionale Assoziationen hervorrufen.

Breitere Schriftarten lassen mehr Horizontalen erscheinen. Selbst kurze Wörter werden deshalb langsamer gelesen; sie werden bedeutsam und einprägsam. Ausserdem lassen sich erweiterte Schriften aus jedem Winkel gut lesen und schnell erfassen. Aus diesem Grund eignen sie sich generell für Logos, aber insbesondere für Auto-, Flugzeug- oder Sportartikelhersteller.

Das andere Extrem fällt hingegen durch vertikale Linien auf, was die Lesbarkeit stark beeinträchtigen kann. Schmale Buchstaben können verwendet werden, um kurze, wirklich wichtige Wörter zu vermitteln, beispielsweise in Anzeigen und Überschriften.


Ohne Kontrast wirkt ein Text einfach und ordentlich. Homogene Schriften brechen die Verbindung zwischen Schriftsatz und Handschrift auf uns stützen sich auf die industrielle urbane Ästhetik in all ihren Aspekten. Sie sind somit die perfekte Lösung für alle, die modern und zukunftsorientiert auftreten wollen.

Ein erhöhter Kontrast ist ein künstlerisches Merkmal der Romantik und des Klassizismus. Kontrastreiche Schriften opfern die Lesbarkeit zugunsten der Schönheit – der Wechsel von dicken und dünnen Linien schafft eine elegante Silhoutte und einen Rhythmus; also das perfekte Schriftbild für Theater, Mode oder Glamour.


Diese Aufzählung der unterschiedlichen Faktoren ist bei weitem nicht abschliessend: Die x-Höhe kann entweder beeindrucken oder Gleichgültigkeit symbolisieren, abgerundete Ecken beeinflussen den Grad der Zärtlichkeit. Serifen und Slabs schaffen einen kulturellen Kontext, Kursiv- und Schrägschriften verlangen einen Moment der Aufmerksamkeit und offene Schriften symbolisieren, im Gegensatz zu geschlossenen Schriften, liberale und extrovertierte Fortschrittlichkeit.

Jedes Schriftmerkmal beeinflusst den Menschen auf der Ebene der Optik, der Instinkte und der kulturellen Erfahrungen und hat letztlich auch immer mit Geschmack und persönlichen Vorlieben zu tun. Einerseits helfen diese versteckten Botschaften bei der Gestaltung, andererseits können sie diese aber auch beeinträchtigen. Daher sollte die Wahl der Schriftart mit der vermittelten Botschaft, den Markenwerten oder den Vorlieben der Zielgruppe zusammenhängen. Es ist besser, ein Minimum an Eigenschaften zu verwenden und diese so präzise wie möglich einzusetzen, als mit zu vielen Anpassungen das Ziel völlig zu verfehlen. So wird dein Design zielgruppengerecht, für die Kundschaft nützlich und für andere Kreativmenschen interessant.

15. June 2022

Over the Rainbow

Der Pride Month wird immer populärer und immer mehr Unternehmen hissen in dieser Zeit die Regenbogenfahne – sei es real oder virtuell. Wir hinterfragen, wie aus dem Gedenken an die Stonewall Riots vom Juni 1969 ein kommerzielles Queer-Marketing entstanden ist und wo die Grenze zwischen tatsächlichem Engagement für die LGBTIQA*-Community und sogenanntem Pinkwashing liegt.

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2. June 2022

Am Anfang war das Papier

Stell dir mal eine hochwertige Speisekarte in einem weiss gedeckten Restaurant vor. Und jetzt einen Flyer, der an deinem Gepäckträger klemmt. Der markanteste Unterschied? Das Papier. Warum die Wahl des richtigen Papiers entscheidend ist und sie das Endprodukt mehr beeinflusst, als man denkt.

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2. June 2022

Was Preispsychologie bewirkt

Eigentlich wissen wir es schon längst. Trotzdem lassen wir uns (unterbewusst) immer wieder aufs Neue von der magischen 9 zum Kauf verleiten und freuen uns über das Schnäppchen. In diesem Beitrag gehen wir der Preispsychologie auf den Grund und zeigen auf, wie man sie erfolgreich einsetzen kann.

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27. April 2022

Im Dienste der Kundschaft

Wir sind uns heute gewohnt, viele Prozesse in einer Customer Journey selbst beeinflussen oder sogar bearbeiten zu können. Hinter diesem sogenannten «Customer Self Service» steckt viel System. Doch warum sollten wir der Kundschaft diese Freiheiten ermöglichen?

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27. April 2022

Der Umwelt zuliebe?

Nachhaltigkeit ist zu einem gesellschaftlichem Dauerthema geworden und wird häufig als PR-Buzzword eingesetzt. Wir zeigen anlässlich des Earth Days vom 22. April auf, wann überhaupt mit Nachhaltigkeit geworben werden darf und wie schnell man Gefahr läuft, sogenanntes Greenwashing zu betreiben.

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24. March 2022

Swiss (Made) Design

Der Wiedererkennungswert von Schweizer Grafik und die Erfolgsgeschichten der Schweizer Typographie: In diesem Beitrag blicken wir auf die Ursprünge einer regionalen Designsprache, die Entstehung von Helvetica & Co. und Entwicklungen seit den frühen Zeiten der Schweizer Plakatkunst.

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24. March 2022

Die Attraktivität der Fantasie

Letzten Monat haben wir uns mit dem Metaverse beschäftigt. Nun wollen wir uns einer bekannten Persönlichkeit widmen, die ebenfalls aus einem anderen Universum stammt: Jinx. Schon mal von der jungen, blauhaarigen, charismatischen Frau gehört? Immerhin hat sie Millionen von Fans weltweit.

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14. February 2022

Heart of Gold

Valentinstag. In den USA werden allein per Post etwa 190 Millionen Liebeskärtchen verschickt, Lufthansa Cargo transportiert jedes Jahr hunderte Tonnen Schnittblumen nach Deutschland und japanische Schokoladenhersteller machen die Hälfte ihres Jahresumsatzes. Aber warum eigentlich?

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14. February 2022

Space Oddity 2.0

«Facebook» heisst nicht ohne Grund auf einmal «Meta»: Zuckerberg will mit seinem Unternehmen ins Metauniversum aufbrechen – und ist damit nicht allein: An der «Consumer Electronics Show» im Januar wurde dieses als einer der aktuell wichtigsten Zukunftstrends bezeichnet. Was hat es damit auf sich?

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