Completely Happy 2

Nach dem letztjährigen Experiment startet am Wettsteinplatz 8 «Completely Happy II» in die nächste Runde. Dieses Jahr setzen wir uns erneut mit dieser Botschaft auseinander. Die drei Künstler Andreas Waldmeier, Lukas Rapold und Vero Schmid zeigen uns mit einer besonderen Auswahl ihrer Werke deren Interpretation.

Andreas Waldmeier – Rudimentär und doch assoziativ
1982 in Richterswil geboren, studierte er an der Zürcher Hochschule der Künste mit Vertiefung in bildende Kunst.

Die Interaktion mit der grossformatigen Leinwand beginnt für Andreas Waldmeier meist damit, dass er eine formelle Anlage, ein «Dispositiv» setzt. So dehnen sich ungrundierte Stellen über die sonst weiss grundierte Leinwand und werden zur Ausgangsbedingung für den sich entfaltenden Akt des Malens. Es können aber auch gefundene und teilweise bearbeitete reale Objekte sein, die – vor der Leinwand platziert – den Künstler zu einer bestimmten Grundierung bewegen. Äusserst selektiv fügt er mit weichem, flächigem, aber auch impulsivem, kleinteiligem Duktus einzelne Elemente in diese Anlagen und elaboriert dabei unterschiedliche Wirk- und Betrachtungsweisen, macht jedes Bild zur malerischen Etüde. Trotz den rudimentären Ausformulierungen gelingt es den Arbeiten, Kippmomente voller assoziativem Detailreichtum zu erzeugen – Momente, in denen sich Figuren oder erzählerische Elemente kristallisieren. Dabei wird nicht eine neue Ordnung der Darstellung angestrebt, sondern Malerei in ihrer brüchigen und oft misslingenden Potenzialität befragt.

Lukas Rapold – Die dritte Dimension
1966 in Aarau geboren, studierte Lukas Rapold Kunstgeschichte, Philosophie und Ethnologie an der Universität Basel. Danach widmet er sich ganz der Malerei. Studienreisen nach New York, den Philippinen, Italien und Frankreich beeinflussen seither seine kreative Arbeit.

Der Kunstschaffende Lukas Rapold hat die Leinwand als dritte Dimension für sich entdeckt. Sie liefert ihm genügend Experimentierstoff für seinen puristischen Ansatz. Er will das Schlichte, das Einfache, Reine visualisieren. Das, was wir spüren, wenn wir ganz nach innen gehen. Das Leinen ist wie ein Körper. Es lässt sich bemalen, zerschneiden, wieder zusammensetzen.

Vero Schmid – Vielschichtig vielfältig
Vero Schmid, geboren 1955, ist ausgebildete Buchbinderin/Vergolderin und Rahmenmacherin und führt an der Colmarerstrasse seit 1980 ihr eigenes Rahmenatelier.

Über Jahren hinweg hat Ihre Neugierde sie in die Welt des eigenen kreativen Schaffens gelockt. Die Vorlage für ihre Bilder sind Objekte aus der Natur sowie Gebäude und Konstruktionen. Die Fotos werden digital bearbeitet und anschliessend handwerklich umgesetzt. Auf diese Weise entsteht aus einer Vorlage ein ganzes Projekt. Dabei variiert Vero Schmid immer wieder mit diversen Drucktechniken und lässt auch die Malerei mit einfliessen. Danach erarbeitet sie mit dem gleichen Motiv eine Lithografie auf Papier und durch Siebdruck Bilder auf Leinwand. Parallel entstehen zudem eigene T-Shirt-Unikate. Am Ende verschwimmt in ihren Werken die Realität zur puren Fiktion und entführt den Betrachter in eine Gefühlswelt.

Completely Happy II

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